Ö K U M E N E

 

Ökumenische Woche auf der Zielgeraden

Die Ökumenische Woche, die von den Christen in Munster seit vielen Jahren immer um den 20. Oktober herum gestaltet wird, befindet sich auf der Zielgeraden. Als am 20. Oktober 1967 der Innenminister des Landes Niedersachsen, Richard Lehners, der Gemeinde Munster die Urkunde über die Verleihung der Stadtrechte ausgehändigt hatte, beantragte der damalige Ratsherr Dr. Wilhelm Müller, dass der Geburtstag jedes Jahr festlich begangen werden möge. Der Rat folgte dem Antrag. Ahnungslos luden die Kirchen in Munster für Sonntag, den 20. Oktober 1974 zu ihrem ersten Ökumenischen Gottesdienst ein. Als dies die Vertreter der Kirchen, wie die Verantwortlichen in der Stadt bemerkten, nahm selbstverständlich fast die gesamte Stadtspitze an diesem Gottesdienst in der überfüllten St. Michaelkirche teil und es wurde eine Jahr für Jahr wiederkehrende gute Tradition daraus.

Über den Start der diesjährigen Woche berichteten wir. Am Mittwoch ging es mit einem alle Teilnehmer anrührenden Friedensgebet in der Kirche der Neuapostolischen Gemeinde weiter. Zur „Blauen Stunde“ betraten Besucher aus allen Kirchengemeinden das Gotteshaus. Jugendliche hatten die Stunde der Besinnung und des Gebetes gut vorbereitet. Alle waren beeindruckt. Beim Bingo-Abend am Freitag im St. Michael-Keller hätten es nicht mehr Besucher sein dürfen. Und was sie dann erlebten, wurde ein gemütlicher und fröhlicher Abend. Helga Thierjung moderierte das Glücksspiel zur Freude auch der muslimischen Gäste gekonnt. Man konnte sogar einen BMW gewinnen, ein „Brot mit Wurst“ oder ein Gerät zum Berge versetzen und zum Schluss wurde auch noch ein stattlicher Betrag zur Förderung eines Waisenhauses in Südindien gesammelt. Beim Männerfrühstück musste umorganisiert werden. Der Referent fiel aus, weil der Motor auf der Autobahn versagte. Dafür war das Frühstück dann um so genussvoller und mehr als reichlich und siehe da, an den Tischen gab es überall ausreichend Gesprächsstoff, so dass der Vormittag schneller vorbei war, als alle dachten. Am Mittwoch gestalten Diakonin Anja Kanzinger und Barbara Lagrèze-Noll einen Kindernachmittag und schließlich hoffen alle Verantwortlichen, dass der Ökumenische Gottesdienst, der in diesem Jahr des 50. Geburtstages der Stadt am Freitag, den 20. 10.  und noch dazu bereits um 16.00 Uhr in St. Michael stattfindet, gut besucht wird. Alle Einwohner, Jung und Alt, sind herzlich eingeladen. Gleichgültig, ob sie bei der Landtagswahl gewonnen oder verloren haben.

Munster, den 14. Oktober 2017                                                                                                 Dietrich Breuer

 

Ökum. Bingo-abend 2017

Ökumenisches Danken und Bitten in St. Michael

Die Christen aus den Gemeinden in Munster hatten sich aus Anlass der 50. Wiederkehr der Verleihung der Stadtrechte nicht wie üblich an einem Sonntag zu ihrem traditionellen Ökumenischen Gottesdienst versammelt, sondern zum gemeinsamen Beten und Singen im Einvernehmen mit der Stadt am Freitagnachmittag, dem eigentlichen Stadtgeburtstag. Trotz der terminlichen Widrigkeiten findet sich eine erfreuliche Gemeinde ein und die Geistlichen und an der Liturgie beteiligten Laien aller Gemeinden und der Militärseelsorge ziehen unter den von Kantor Daniel Heinrich gezauberten Klängen der Orgel in das Gotteshaus ein. Der Gospelchor AHAB singt ein erstes Lied. Das ist eindrucksvoll und die Musik versetzt alle in eine andächtige und zugleich erwartungsvolle Stimmung. Der Hausherr und bis zu diesem Tag für die Ökumene in abgelaufenen Jahr zuständige Pfarrer von St. Michael, Jacek Kubacki heißt alle willkommen, die Geistlichen und Repräsentanten aller Gemeinden, die anwesenden Mitglieder von Rat und Verwaltung der Geburtstag feiernden Stadt Munster, den schon mit seinem ersten Lied beeindruckenden Chor und nicht zuletzt den aus Duderstadt angereisten Prediger, Propst i. R. Wolfgang Damm und eröffnet den Gottesdienst. Während der Lesungen und Gebete herrscht aufmerksame Stille und die Lieder werden mit Hingabe gesungen oder ihnen mit Andacht gelauscht. Es ist eine alle verbindende Liturgie und die Texte und ihre Ausführung, ob durch Liturgen, Gemeinde oder Chor lassen die dankbare und zugleich erwartungsvolle Verbundenheit mit der auf 50 Jahre Stadtgeschichte zurückblickenden Kommune erkennen. Gespannt warten vor allem die Gemeindemitglieder von St. Michael, die Propst Damm aus den 80er Jahren noch kennen, auf dessen Predigt. Und er fand von Anfang an für alle die richtigen Worte. Hatte bereits die Lesung aus Deuteronomium deutlich gemacht, wie nahe für die Menschen oft Himmel und Hölle beieinander zu sein scheinen, so fand Damm gleich in den Darstellungen sowohl im Altar von St. Urbani, wie in den kostbaren Kunstwerken von Josef Baron in St. Michael Beispiele dafür, wie neben dem Satan oder der Dürre, der Engel und die ergötzende Quelle zu finden sind. Entsprechende Beispiele gibt es auch für die Soldatenstadt Munster, wo Rekruten zu seiner Zeit aus dem „u“ schon einmal ein „o“ gemacht hätten und erst recht bei der Beurteilung der Folgen des Mauerfalles, wie wir es zur Zeit erfahren müssen. Diese Stadt wird nicht als Monster erfahren werden, wenn Eltern sich ihren Kindern zuwenden, wenn Nachbarn miteinander verantwortungsvoll umgehen und das Ehrenamt weiter so gepflegt wird, wie es von einem Christen verlangt wird: Du sollst deinen Nächsten lieben, wie dich selbst! Der Prediger erinnert sich gern und dankbar an die Jahre, die er in Munster wirken durfte und nannte dabei ausdrücklich die gute Zusammenarbeit mit Pastor Bruno Hasselblatt und Militärpfarrer Günter Drewes. Das Ökumene-Kreuz und damit die Regie innerhalb von Ökumene am Ort im kommenden Jahr übernahm Pastor Dr. Johannes Schoon-Janßen von seinem katholischen Amtsbruder. In den Fürbitten stand das Wohl der Menschen in der Soldatenstadt und im ganzen Land im Mittelpunkt. Das Schlusslied von AHAB erinnerte an die begeisternde Feuerwerksmusik, die die britische Militärkapelle am Ende des ersten Ökumenischen Gottesdienstes am 20. Oktober 1974 am gleichen Ort darbot. Frohe Stimmung und überall gute Gespräche beim anschließenden Empfang im Pfarrheim.

Munster, den 21. Oktober 2017                                                                    Dietrich Breuer

 

Ökum. Gottesdienst
Ökum. Gottesdienst,(1)
Ökum. Gottesdienst,(2)

Propst i. R. Wolfgang Damm aus Duderstadt bei der Predigt im Ökumenischen Gottesdienst  am 50. Geburtstag der Stadt Munster. (D. Breuer)

Ökumenischer Pfingstgottesdienst, 180521 (25)

 

Beeindruckender ökumenischer Gottesdienst

Seit vielen Jahren feiern die Christen in Munster am Pfingstmontag ökumenisch Gottesdienst. Dieser Jahr wieder einmal bei herrlichem Sonnenschein im Schatten der Bäume auf dem Hof des Gymnasiums. Viele Gottesdienstbesucher! Begleitet vom Posaunenchor ziehen die Geistlichen ein. Der zur Zeit für Ökumene am Ort verantwortliche Pastor Dr. Johannes Schoon-Janßen freut sich über das an das erste Pfingsten erinnernde Beisammensein und heißt alle willkommen. Gleich zu Beginn wird die herrlich klingende elektronische Orgel der Ev.-luth. Kirchengemeinde gesegnet, die Kantor Daniel Heinrich in gewohnter Manier zum ersten Mal öffentlich ertönen lässt. Ökumene wurde diesmal besonders groß geschrieben. Lars Kahnwald von der Neuapostolischen Gemeinde in Munster hielt die Predigt. Aber schon bei der Lesung aus der Apostelgeschichte 2, 1-18 wurde ein besonderer Akzent gesetzt, als nach der Stelle, die da lautet, „Und wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören? , sechs Frauen und Männer in ihrer Muttersprache „Lobet den Herrn, alle Völker!“ erklingen ließen. Kahnwald meinte, dass sich Gott seine Kirche wohl so vorgestellt habe, wie sie sich hier auf der Wiese an der Örtze zeigt. Alle kommen sie an einem Ort zusammen und hören auf ihn, was er zu sagen hat, so, wie es soeben in der Lesung, die Pfarrer Jacek Kubacki gehalten hatte, zu vernehmen war. Ich sende euch den Tröster, hatte Jesus seinen Jüngern versprochen und sein Wort gehalten. Der Heilige Geist, der auf sie herabgekommen war und die Gemeinschaft, in der sie an einem Ort versammelt waren, hat die ersten Christen stark und mutig gemacht. Sie wurden Tat-Menschen und nichts anderes sollen wir sein. Menschen, die sich gegenseitig Mut machen und beistehen und zu Taten der Nächstenliebe bereit sind. Inzwischen bearbeitete die Künstlerin Natalia Rudolf mit Pinsel und Farben eine weiße, nackte Leinwand, um während des Gottesdienstes ein Bild zum Pfingstthema entstehen zu lassen. Diese Frau ist zu bewundern. Während die Gemeinde singt und betet und Geistliche und Laien aus allen Gemeinden Lesungen halten und Gebete sprechen, trägt die Künstlerin mit kleinen und großen Pinseln Farben auf und lässt ein sprechendes, ein aussagekräftiges Kunstwerk entstehen. Die Besucher sind angetan. Nicht umsonst kommen bei der Versteigerung nach dem Gottesdienst 682,- EURO für die Finanzierung der ökumenischen Reise von Jugendlichen nach Taizè und die Hospizarbeit im Kirchenkreis zusammen. Ein gleich hoher Betrag befand sich in den Klingelbeuteln. Mitarbeiter der Munsteraner Tafel versorgten nach allem die Gottesdienstbesucher mit einem leckeren Eintopf. Die Vögel in den Bäumen um den Mühlenteich hatten sich von dem lebhaften Singen und Beten anstecken lassen, und pfiffen die Melodien munter noch lange weiter.

Munster, den 21. Mai 2018                                                                                                                                    Dietrich Breuer

 

Fotos:  Eine erfreulich große Gemeinde von Christen aus allen Kirchengemeinden   Munsters feierte den ökumenischen Gottesdienst zum Pfingstmontag am    Mühlenteich. (D. Breuer)

Ökumenischer Pfingstgottesdienst, 180521 (41)