Genussvoller, informativer Abend in St. Michael

-Vanessa Feilen und Andreas Schuss über Adolph Kolping-

Die Musik, die Vanessa Feilen und Andreas Schuss am Sonntagabend in der St. Michaelkirche den knapp 70 Besuchern zu Gehör brachten, war ein einziger Ohrenschmaus und die Informationen, die Schuss über den Schustergesellen, Priester, Journalisten und Sozialreformer Adolph Kolping gab, waren eine mehr als denkwürdige Lehrstunde über gelebtes Christentum. Der evangelische Theologe und Musiker erzählte sehr engagiert, gerafft und dennoch äußerst informativ die Lebensstationen des von Papst Johannes Paul II. am 27. Oktober 1991  selig gesprochenen  Adolph Kolping. Er wurde als Sohn eines Lohnschäfers in Kerpen am Niederrhein geboren, erlernte das Schuhmacherhandwerk und ging auf die Walz. Dabei machte der schon immer etwas kränkelnde Adolph wahrscheinlich nicht die ersten Erfahrungen mit den sozialen Problemen des aufbrechenden Industriezeitalters in Verbindung mit einem ausgeprägten Kapitalismus. Er flüchtete vor dem Angebot eines Arbeitgebers, dessen Tochter zu heiraten und in den Betrieb einzusteigen.. Danach erkrankte er erneut und musste den Handwerksberuf ganz aufgeben. Die nicht ganz mittellose Marialen Meller ermöglichte ihm aufgrund eines Gelübdes, das zu halten sie gewillt war, den nachträglichen Erwerb des Abiturs und ein Theologiestudium. Bereits nach 4 Jahren an verschiedenen Universitäten wurde er in der Minoritenkirche in Köln zum Priester geweiht und sollte sich als Kaplan, so der Plan seiner Kirchenoberen, im industriellen Elberfeld bei Wuppertal „die Hörner abstoßen“. Hier erlebte er ein weiteres Mal soziales Elend pur. Als er wegen seiner herausragenden journalistischen Fähigkeiten erneut nach Köln geholt wird, war es kein Zufall, dass am selben Abend des Jahres 1850, an dem Kolping in der  Kolumbaschule den ersten Gesellenverein in Köln gründete, in einem anderen Kölner Lokal Karl Marx sein kommunistisches Manifest vorstellte. „Tätige Liebe heilt alle Wunden, bloße Worte mehren nur den Schmerz“,  war einer der Leitgedanken des inzwischen als Gesellenvater und bedeutenden Sozialreformer geschätzten Geistlichen. Am 4. Dezember 1965, noch keine 52 Jahre alt, starb er in Köln. Er hatte durch seine christliche Überzeugung und seinen Tatendrang  sein Werk soweit angestoßen, dass das Kolpingwerk heute noch als Beispiel für gelebte Partnerschaft aus christlicher Überzeugung in einer modernen Industriegesellschaft gilt. Sogar Papst Pius IX. in Rom konnte er von der Notwendigkeit überzeugen, dass sich die Kirche den sozialen Problemen verstärkt zuwenden müsse, will sie die Nachfolge Jesu  für sich in Anspruch nehmen. Die Auswahl der Musik war gekonnt und geschickt zugleich. Alle Stücke waren Ohrwürmer. Die beiden musikalischen Multitalente setzten neben E-Piano noch Harfe, Kontrabass, Alt-Saxophon, Sopranino-Saxophon, Panflöte, Klarinette und Querflöte ein. Am Schluss brauste anerkennender Beifall auf. Der Abend wirkte wie ein Gottesdienst. Als Zugabe erklang „Kein schöner Land in dieser Zeit“. Jedes Mitsingen, auch wenn es viele sicher gern getan hätten, wäre ein Vergehen an dem wunderbaren Klang von Harfe und Kontrabass in der großen Kirche gewesen.

Foto:    Vanesse Feilen und Andreas Schuss begeisterten und beeindruckten mit ihrem Auftritt unter dem Motto „Adolph Kolping, Priester, Journalist und Sozialreformer“ in der St. Michaelkirche in Munster. (D. Breuer)

Munster, den 9. August 2010

 Dietrich Breuer   

 

Höchstinteressanter Vortrag über Afghanistan

Der am Soltauer Gymnasium arbeitende Oberstudienrat Gregor Hornig hielt am Freitagabend im Pfarrheim von St. Michael einen Vortrag über Afghanistan - Land und Leute, der alle so sehr fesselte, dass kaum einer wahrgenommen hatte, stramme 2 ½ Stunden zugehört zu haben. Um es gleich vorweg zu sagen: Diesen Vortrag des Oberstleutnants der Reserve sollte sich jeder ansehen und anhören, der zu Afghanistan etwas sagen will oder muss und erst recht alle, die bezüglich des Einsatzes von Soldaten in diesem Land etwas zu sagen haben und auch zu sagen hatten. Zunächst machte er noch einmal seine Zuhörer mit der Geografie des Landes und seiner Lage in Zentralasien vertraut. Wie wichtig es war, dass er sich bereits eingangs gründlich mit den ethnischen Verhältnissen in diesem Land zwischen Pakistan, dem Iran und den ehemaligen Sowjetrepubliken befasste, sollte sich im weiteren Verlauf des Vortrages zeigen. Seinen Blick in die Geschichte des Landes und vor allem der Menschen begann Hornig bei Alexander dem Großen und endete bei der Feststellung, dass Afghanistan kein Staat ist, wie wir und die meisten Menschen auf der Erde uns einen Staat vorstellen, sondern eine Region, in der durch die Geschichte verursacht verschiedene äußerst unterschiedliche und sich sehr souverän fühlende Stämme leben, die nur gezwungener Maßen zu einem Staat zusammen gefasst sind. Die zu 99 % muslimischen Menschen sind nicht in erster Linie Afghanen, sondern Paschtunen, Hazara, Usbeken und andere Stammesangehörige. Äußerst interessant waren die Ausführungen zu den Kulturen des Landes und dem Stammesrecht der Paschtunen, der einflussreichsten ethnischen Gruppe. Die Tatsache, dass Rauschgift der Hauptexportartikel des Landes ist, sagt sehr viel über die wirtschaftlichen Verhältnisse. Hier nun sollen Staaten aller Erdteile mit einem Mandat der UNO versuchen, mit den ISAF-Truppen, die von der NATO geführt werden, das Land zu befrieden und möglichst  demokratische Strukturen und menschenwürdige Verhältnisse aufbauen zu helfen. Der Redner untermauerte seinen Vortrag mit eindrucksvollen Bildern, die er von seinem Einsatz als interkultureller Berater und Landeskundler bei der Bundeswehr mit nach Hause gebracht. Die Verhältnisse haben sich verschlechtert und natürlich ist ein sofortiger Abzug der Soldaten aus diesem Land nicht möglich. Die Rolle der Frau, die Bedeutung der Clans und der Religion waren weitere besondere Schwerpunkte in Hornigs Vortrag. Den unter die Haut gehenden Schluss bildete eine nur mit afghanischer Musik unterlegte Bilderschau über die Menschen, den Dienst der Soldaten, die Schönheit des Landes und die Hässlichkeit und Grausamkeit mancher Verhältnisse. Anwesend war auch der katholische Standortpfarrer Munster, Militärdekan Rainer Stahlhacke, der sich am 31. Mai 2010 zu seinem zweiten Einsatz am Hindukusch auf den Weg machen muss. Langanhaltender Beifall brachte die Dankbarkeit und zugleich Ergriffenheit über den mehr als lehrreichen Vortrag zum Ausdruck. Günter Brodowski, der für die Gemeindetreffs an jedem 4. Freitag im Monat verantwortlich zeichnet, überreichte dem Redner kleine Präsente.

Foto:    Oberstudienrat und Oberstleutnant der Reserve Gregor Hornig bei seinem engagierten Vortrag über Afghanistan, Land und Leute. (D. Breuer)

Dietrich Breuer                                                                                                                        Munster, den 29. Mai 2010

St. Michael feierte Gemeindefest

 

Am vergangenen Sonntag feierte die St. Michael-Kirchengemeinde ihr diesjähriges Gemeindefest. Es ging bewusst zurückhaltend zu, denn 2010, wenn die Gemeinde auf ihr 50jähriges Bestehen und die 50. Wiederkehr der Einweihung der Kirche zurückblickt, soll ein größeres Fest über die Bühne gehen. In der teilweise eingerüsteten Kirche wurde die Sonntagsmesse als Familiengottesdienst gefeiert. Da waren schon einmal alle tief beeindruckt, wie gut alles vom Team vorbereitet worden war. Klemens Hoffs Gitarrenbegleitung zum Gemeindegesang war wieder einmal perfekt. Für die sich anschließende Begegnung im Innenhof hätte das Wetter nicht schöner sein können. Es gab zu Essen und zu Trinken, im Saal hatte die Frauengemeinschaft ihre wieder gut bestückte Cafeteria in Betrieb, der Eine Welt Laden rang um Kunden wie auch der Flohmarkstand. Die Hüpfburg der EAS war am Weltkindertag der Renner. Alle Helfer waren mit viel Elan und Freude bei der Sache. Es gab bei der Vorbereitung, der Durchführung und natürlich auch nach dem Fest eine Menge zu tun. Mit dem Reinerlös des Festes sollen die bisher von der Firma Hagebau jeweils ausgeliehenen Krippenfiguren angekauft werden, was wohl auch gelingen dürfte. Der Zimmermann Josef hatte den Gottesdienst vom Gerüst aus verfolgt. Ein Hirte fand deshalb einen Sponsor, weil er bereit war, seinen Namen in „Reiner“ zu ändern. Der Heilige Josef war für ein solches Geschäft nicht zu haben. Es war ein schönes Gemeindefest und wieder war zu hören, es wäre zu wenig Reklame gemacht worden. In Zukunft immer in die Zeitungen schauen, da steht vieles drin. Auch wichtige Termine sind da zu finden.

Fotos:

  1. Den unnötigen Wettstreit der Farben spielten die Kinder im Familiengottesdienst, bis Gott den Menschen die Harmonie des Regenbogens beibrachte.
  2. Der Innenhof von St. Michael wurde am Sonntag für Stunden zum Ort der Begegnung.
  3. Das Team vom Grillstand hatte, wie auch alle anderen Helfer, Freude bei der Arbeit. (D. Breuer)

Munster, den 22. September 2009

 

Mit jungen Christen in Müden

Von Freitag bis Sonntag haben sich die Kinder, die am 24. Mai 2009 zur 1. Hl. Kommunion gehen und die Firmbewerber, die am 10. Mai in der St. Michaelkirche in Munster gefirmt werden mit ihrem Pfarrer Jacek Kubacki, den Tischmüttern und den Firmkatecheten in die Jugendherberge nach Müden (Örtze) begeben. Das Programm war gut ausgefüllt. Die Kinder und Jugendlichen hatten die Möglichkeit, sich näher kennen zu lernen, Gemeinschaft zu erleben, sich auch intensiv mit religiöser Bildung und Weiterbildung zu befassen und nicht zuletzt zu versuchen, Stille, Spiritualität und Beten einzuüben. Die Munsteraner lernten die Faßberger kennen und umgekehrt und außerdem waren noch die Mitglieder des Swingorchesters Stelle, ein Kurs Run for Marathon und die Teilnehmer des Fahrrad Seminars der Gemeinde Wietzendorf im Haus. Die meisten Teilnehmer haben das Beisammensein und das gemeinsame Arbeiten positiv erlebt. Einige hatten Schwierigkeiten, bei dem schlechten Wetter und dem Andrang auf die nicht ausreichenden Spielgeräte mit der freien Zeit klar zu kommen. Besonders gefordert waren die Katecheten, die die so unterschiedlichen 14-18jährigen Mädchen und Jungen zu intensiver Arbeit und einem Mindestmaß an Disziplin und schließlich zu angemessener Bettruhe bewegen mussten. Beim Abschiednehmen am Sonntagnachmittag war zu spüren, dass sich der Großteil der jungen Menschen in dieser Gemeinschaft wohl gefühlt hat und die drei Tage auch als schönes Erlebnis empfunden wurde. 

Fotos: 1.Die Firmbewerber mit ihren Katecheten

      2.und die Erstkommunionkinder mit ihren Tischmüttern der St. Michael-Kirchengemeinde           aus Munster und Fassberg arbeiten drei Tage in der Jugendherberge in Müden

Munster, den 30. März 2009

Gez.: Dietrich Breuer